Hast du den Säugling gesehn, der, unbewusst noch der Liebe,

Die ihn wärmet und wiegt, schlafend von Arme zu Arm

Wandert, bis bei der Leidenschaft Ruf der Jüngling erwachet,

Und des Bewussteins Blitz dämmernd die Welt ihm erhellt?

Hast du die Mutter gesehn, wenn die süßen Schlummer dem Liebling

Kauft mit dem eigenen Schlaf und für das Träumende sorgt,

Mit dem eigenen Leben ernährt die zitternde Flamme,

Und mit der Sorge selbst sich für die Sorge belohnt?

Und du lästerst die große Natur, die, bald Kind und bald Mutter,

Jetzt empfänget, jetzt gibt, nur durch Bedürfnis besteht?

Selbst genügsam willst du dem schönen Ring dich entziehen,

Der Geschöpf an Geschöpf reiht in vertraulichem Bund?

Willst du Armer stehen allein und allein durch dich selber,

Wenn durch der Kräfte Tausch selbst das Unendliche steht?


Das Gedicht "Der philosophische Egoist" stammt von   (1759 - 1805).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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