An Amanda

 

Überall weichet das Weib dem Manne; nur in dem Höchsten

Weichet dem weiblichsten Weib immer der männlichste Mann.

Was das Höchste mir sei? Des Sieges ruhige Klarheit,

Wie sie von deiner Stirn, holde Amanda, mir strahlt.

Schwimmt auch die Wolke des Grams um die heiter glänzende Scheibe,

Schöner nur macht sich das Bild auf dem vergoldeten Duft.

Dünke der Mann sich frei! Du bist es; denn ewig notwendig

Weißt du von keiner Wahl, keiner Notwendigkeit mehr.

Was du auch gibst, stets gibst du dich ganz; du bist ewig nur Eines,

Auch dien zartester Laut ist dein harmonisches Selbst.

Hier ist ewige Jugend bei niemals versiegender Fülle,

Und mit der Blume zugleich brichst du die goldene Frucht.


Das Gedicht "Das weibliche Ideal" stammt von   (1759 - 1805).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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