Hoch wuchs ich über Mensch und Tier;
Und sprech ich - niemand spricht mit mir.
Zu einsam wuchs ich und zu hoch -
Ich warte: worauf wart′ ich doch?
Zu nah ist mir der Wolken Sitz, -
Ich warte auf den ersten Blitz.
Gedichte
Friedrich Nietzsche
Hoch wuchs ich über Mensch und Tier;
Und sprech ich - niemand spricht mit mir.
Zu einsam wuchs ich und zu hoch -
Ich warte: worauf wart′ ich doch?
Zu nah ist mir der Wolken Sitz, -
Ich warte auf den ersten Blitz.
Das Gedicht "Pinie und Blitz" stammt von Friedrich Nietzsche (1844 - 1900).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.