Nicht lange durstest du noch,

verbranntes Herz!

Verheißung ist in der Luft,

aus unbekannten Mündern bläst mich′s an,

- die große Kühle kommt...

 

Meine Sonne stand heiß über mir im Mittage:

seid mir gegrüßt, daß ihr kommt,

ihr plötzlichen Winde,

ihr kühlen Geister des Nachmittags!

 

Die Luft geht fremd und rein.

Schielt nicht mit schiefem

Verführerblick

die Nacht mich an?...

Bleib stark, mein tapfres Herz!

Frag nicht: warum?


Das Gedicht "Die Sonne sinkt" stammt von (* 1844-10-15, † 1900-08-25).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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