Wenn ihr Freunde vergeßt, wenn ihr die Euern all,

O ihr Dankbaren, sie, euere Dichter schmäht,

Gott vergeb es, doch ehret

Nur die Seele der Liebenden.

 

Denn o saget, wo lebt menschliches Leben sonst,

Da die knechtische jetzt alles, die Sorge, zwingt?

Darum wandelt der Gott auch

Sorglos über dem Haupt uns längst.

 

Doch, wie immer das Jahr kalt und gesanglos ist

Zur beschiedenen Zeit, aber aus weißem Feld

Grüne Halme doch sprossen,

Oft ein einsamer Vogel singt,

 

Wenn sich mählich der Wald dehnet, der Strom sich regt,

Schon die mildere Luft leise von Mittag weht

Zur erlesenen Stunde,

So ein Zeichen der schönern Zeit,

 

Die wir glauben, erwächst einziggenügsam noch,

Einzig edel und fromm über dem ehernen,

Wilden Boden die Liebe,

Gottes Tochter, von ihm allein.

 

Sei gesegnet, o sei, himmlische Pflanze, mir

Mit Gesange gepflegt, wenn des ätherischen

Nektars Kräfte dich nähren,

Und der schöpfrische Strahl dich reift.

 

Wachs und werde zum Wald! eine beseeltere,

Vollentblühende Welt! Sprache der Liebenden

Sei die Sprache des Landes,

Ihre Seele der Laut des Volks!


Das Gedicht "Die Liebe" stammt von   (1770 - 1843).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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