Zweifach ist Liebe; - mag die tolle Welt

An leeren Tand auch oft den Namen hängen

Und Mitleid, Neigung, Laune, wie es fällt,

Mit heil′ger Liebe Gluten schnöd vermengen -

 

Zweifach ist Liebe; eine, die da liebt,

Und will sich selbst dafür zurückerhalten,

Und eine, die die volle Seele gibt,

Und läßt nach Willkür mit der Gabe schalten.

 

Zweifach ist Liebe; eine, die beglückt,

Doch einzig den Geliebten will beglücken,

Und eine, die den Teuren still entzückt

Auch andre Blumen sieht am Wege pflücken!

 

Zweifach ist Liebe; eine heiß und wild,

Voll Lust und Leid, voll Kampf und Sieg und Wunden,

Und eine fromm, nachsichtig, sanft und mild,

Doch wen′ger oder mehr allein empfunden.

 

Zweifach ist Liebe; eine, die vielleicht

Wir echt wohl seltner finden, als wir meinen,

Und die, die jedes Mutterherz beschleicht,

Vernimmt′s des Kindes erstes, leises Weinen.

 

Weh dem, der keine je von beiden fand,

Der nie der Mutterliebe Huld erfahren,

Der, nie geführt von zarter Frauenhand,

Verlassen, einsam kam zu hohen Jahren!

 

Doch heil dem Glücklichen, den, stets geliebt,

Getragen stets von weichen, warmen Händen,

Die Mutter der Geliebten übergibt,

Das Werk, das sie begonnen, zu vollenden!


Das Gedicht "Zweifach ist Liebe" stammt von   (1806 - 1871).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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