Und hätt′ ich zehntausend Köpfe

Und trüge keinen zu Haus,

Die feigen Schurken und Tröpfe,

Sie machen mir′s zu kraus.

 

Und trüg′ ich zehntausend Kronen,

Ich würfe sie alle fort,

Vor allen Höhen und Thronen

Steht höchst das hohe Wort:

 

Das heilige Lutherzeichen,

Das schuf und trägt die Welt,

Den Listen und Griffen der Bleichen

Und Feigen zu hoch gestellt.

 

Ja presset mit eurer Presse,

Setzt, presset, drucket allein -

Ich kenn′ eine feurige Esse,

Die schmiedet und gießt auch fein.

 

Da sitzt der Meister der Meister,

Da schmiedet er fort und fort,

Und seine Gesellen, die Geister,

Die blasen und schaffen am Wort.

 

Die schmieden und gießen die Lettern

Und streun sie lustig umher

Und sammeln zu Donnerwettern

Ihr leichtgeflügeltes Heer.

 

Doch weit über Hören und Sehen

Glänzt Narren die blitzende Schrift;

Drum donnert, ihr Mächte der Höhen,

Und schleudert Blitz, welcher trifft!

 

Und sammelt ihr auch die Lettern

Zu einem Vernichtungsspruch,

Und muß ich mit in den Wettern,

Ich lebte und liebte genug.


Das Gedicht "Mut des Verderbens" stammt von   (1769 - 1860).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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