Sokrates, der grosse Geisteskämpfer,

Hatte einen Flüstrer und Erreger,

Einen Weiser Leiter Halter Dämpfer

Und auch Diener und Laternenträger,

Wo es galt durch Finsterniß zu wanken.

Diese Ohrenflüsterer Haucher Lauscher,

Aller seiner Triebe und Gedanken

Kluger Mitdurchsprecher Gegentauscher

Galt ihm, wie uns Andern das Gewissen;

Dämon schalt er ihn und all sein Wissen

All sein Ahnden Lieben Denken Wollen-

Wie in uns auch Geisterchen sich rollen-

Schob er diesem Führer zu und Folger.

 

Ach! ruft Jeder, lebt noch so ein Solcher?

Sind sie denn erloschen jene Sterne,

Woher solche Folger Menschen kamen?

O ihr Gaffer, Greifer in die Ferne!

Könnt Ihr des Begleiters kurzen Namen,

Jenes Weisen gottgeweihten Griechen,

Eich in gutes Deutsch nicht übersetzen?

Müsset durch den Hochmuth doppelt siechen?

Drum herunter von den hohen Stufen!

Auf die Bank der Schüler mit der Fibel!

Dort wird Euch der Kleinste lachend rufen:

Das war ja ein Engel aus der Bibel.


Das Gedicht "Der Dämon des Sokrates" stammt von   (1769 - 1860).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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