Sind wir vereint zur guten Stunde,
Wir starker, deutscher Männerchor,
So dringt aus jedem frohen Munde
Die Seele zum Gebet hervor:
Denn wir sind hier in ernsten Dingen
Mit hehrem, heiligem Gefühl;
Drum muß die volle Brust erklingen
Ein volles, helles Saitenspiel.

Wem soll der erste Dank erschallen?
Dem Gott, der groß und wunderbar
Aus langer Schande Nacht uns allen
In Flammen aufgegangen war,
Der unsrer Feinde Trotz zerblitzet,
Der unsre Kraft uns schön erneut
Und auf den Sternen waltend sitzet
Von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Wem soll der zweite Wunsch ertönen?
Des Vaterlandes Majestät!
Verderben allen, die es höhnen!
Glück dem, der mit ihm fällt und steht!
Es geh', durch Tugenden bewundert,
Geliebt durch Redlichkeit und Recht,
Stolz von Jahrhundert zu Jahrhundert,
An Kraft und Ehren ungeschwächt!

Das dritte, deutscher Männer Weide!
Am hellsten soll's geklungen sein!
Die Freiheit heißet deutsche Freude,
Die Freiheit führt den deutschen Reihn,
Für sie zu leben und zu sterben,
Das flammt durch jede deutsche Brust,
Für sie um großen Tod zu werben,
Ist deutsche Ehre, deutsche Lust.

Das vierte – Hebt zur hehren Weihe
Die Hände und die Herzen hoch! –
Es lebe alte deutsche Treue!
Es lebe deutscher Glaube hoch!
Mit diesen wollen wir's bestehen,
Sie sind des Bundes Schild und Hort:
Fürwahr es muß die Welt vergehen,
Vergeht das feste Männerwort.

Rückt dichter in der heil'gen Runde
Und klingt den letzten Jubelklang!
Von Herz zu Herz, von Mund zu Munde
Erbrause freudig der Gesang!
Das Wort, das unsern Bund geschürzet,
Das Heil, das uns kein Teufel raubt
Und kein Tyrannentrug uns kürzet,
Das sei gehalten und geglaubt!


Das Gedicht "Bundeslied" stammt von   (1769 - 1860).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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