O Land der dunklen Haine,

O Glanz der blauen See,

O Eiland, das ich meine,

Wie tut′s nach dir mir weh!

Nach Fluchten und nach Zügen

Weit über Land und Meer,

Mein trautes Ländchen Rügen,

Wie mahnst du mich so sehr!

 

O wie, mit goldnen Säumen

Die Flügel rings umwebt,

Mit Märchen und mit Träumen

Erinnrung zu mir schwebt!

Sie hebt von grauen Jahren

Den dunkeln Schleier auf,

Von Wiegen und von Bahren,

Und Tränen fallen drauf.

 

O Eiland grüner Küsten!

O bunter Himmelschein!

Wie schlief an deinen Brüsten

Der Knabe selig ein!

Die Wiegenlieder sangen

Die Wellen aus der See,

Und Engelharfen klangen

Hernieder aus der Höh′.

 

Und deine Heldenmäler

Mit moosgewobnem Kleid,

Was künden sie, Erzähler

Aus tapfrer Väter Zeit,

Von edler Tode Ehren

Auf flücht′gem Segelroß,

Von Schwertern und von Speeren

Und Schildesklang und -stoß?

 

So locken deine Minnen

Mit längst verklungnem Glück

Den grauen Träumer hinnen

In alter Lust zurück.

O heißes Herzenssehnen!

O goldner Tage Schein

Von Liebe reich und Tränen!

Schon liegt mein Grab am Rhein.

 

Fern, fern vom Heimatlande

Liegt Haus und Grab am Rhein.

Nie werd′ an deinem Strande

Ich wieder Pilger sein.

Drum grüß′ ich aus der Ferne

Dich, Eiland lieb und grün:

Sollst unterm besten Sterne

Des Himmels ewig blühn!


Das Gedicht "Heimweh nach Rügen" stammt von   (1769 - 1860).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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