Zwei Tage, weil ich krankte,

Sah ich euch, Blumen, nicht;

Wie viel indeß erblicken

Nicht mehr der Sonne Licht!

Als Kind schon liebte, Blumen,

Ich über alles euch:

Selbst Edelsteine schätzte

Ich nie euch, Holde, gleich.

Ich lieb′ euch, und ihr liebet,

Ob sprachlos gleich, auch mich;

Jedwede von euch siehet

Das Mädchen gern um sich.

Ein Tag wird kommen, Blumen,

Und ist vielleicht nicht fern,

Wo sich der Sonne Lichte

Schließt meines Auges Stern.

»Wo bleibet denn das Mädchen,

Das uns so gern besucht?...«

Mich aber drückt, o Blumen,

Dann schon der Erde Wucht.


Das Gedicht "Zwei Tage, weil ich krankte..." stammt von   (1808 - 1825).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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