Du wanderst nach dem Süden,

Beglückter Schwalbenreihn!

Holst dort des Jahres Krone,

Den milden Sommer ein.

Falls eins von euch erkranket

Vom wochenlangen Weg,

Kaum trinkt′s die Luft des Süden,

Ist alle Schwäche weg.

O könnt′ ich doch euch folgen

In jene Balsamluft,

Gemischt aus Sonnenstrahlen

Und süßem Blumenduft!

Ich würde bald genesen,

Dies ist des Arztes Wort,

Verlebt′ ich nur acht Monden

Im warmen Süden dort.

Hier aber muß ich sterben:

Wie wird der Tod mir schwer!

Kehrt ihr im Lenz zum Norden,

Bin, Schwalben, ich nicht mehr!


Das Gedicht "Du wanderst nach dem Süden..." stammt von   (1808 - 1825).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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