Der Sonnenwagen nahet

Dem letzten Himmelsabhang,

An dessen Fuße plätschernd

Die Meereswellen tanzen.

Die Sonnenpferde strengen

Sich an, der nahen Kühlung

Sich freuend und der Ruhe.

Schon ist das Tagsgestirne

Dem Meer so nahe, daß es

Bereits sein Bild im Schooße

Der stillen Wellen siehet.

Es kommen stets einander

Die beiden Sonnen näher,

Zwei Königen vergleichbar

Mit ihrem Prachtgefolge,

Die froh, an ihrer Reiche

Gemeinschaftliche Gränze,

Wie Brüder sich einander

Entgegen gehn. Die Säume

Der glühendrothen Räder

Des müden Sonnenwagens

Berühren nun die Wellen,

Die zischend ihn umkreisen.

Seht! eine Silberbrücke

Schwimmt auf dem Meer, und führet

Die Sonne zu dem Schiffe,

Worin, tiefeingeschlummert,

Sie auf des breiten Weltstroms

Entlegenem Gewoge

Zum Morgenthor zurückfährt,

Um Sterblichen und Göttern

Den neuen Tag zu bringen.


Das Gedicht "Der Sonnenuntergang" stammt von   (1808 - 1825).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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