Grau ruht der weite Himmel

Stumm ob der stummen Erde.

Da hellt ein Punkt im Osten

Sich auf; wird immer größer

Und immer heller; ahmet

Itzt schwach der Perle Farbe,

Dann stufenweis das Leuchten

Des schillernden Opals nach;

Entfaltet nun dem Auge

Den holden Glanz der Rose,

Und bald darauf, in Schichten,

Das Gold der Sonnenblume,

Die Purpurpracht des Mohnes,

Dann ein Gemisch der schönsten

Und anmuthsvollsten Farben,

Der Tulpe gleich. Allmählig

Wird rings umher der Schimmer

Zu Glanz, der Glanz zu Strahlen.

Mit einemmal verbleichet

Der wunderbaren Farben

Unsäglich schöner Reichthum,

Und blendend zeigst, o Sonne,

Du Geberin des Lichtes,

Du Geberin der Wärme,

Du Geberin des Lebens

Und des Gedeihens alles

Erschaffenen, der Pflanze,

Des Thieres und des Menschen,

Dein goldnes Haupt du lächelnd

An des lasurnen Himmels

Glanzüberströmtem Rande;

Es hallen Luft und Erde

Vom Lied der Vögel wieder,

Und vom Gebrüll der Heerden;

In Andacht und Bewundrung

Versunken, stehet schweigend

Der Mensch mit nassen Augen.


Das Gedicht "Der Morgen" stammt von   (1808 - 1825).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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