Das Auge blendend, heben

Sich in des Himmels Mitte

Prunkvolle Silberstufen

Aus leichtgewebten Wolken.

Es raget auf der Stufen

Erhabensten ein blanker

Topasner Thron, auf dem du

In Diamantenglanze

Am Mittag ruhst, o Sonne!

Nach allen Seiten strömen

Von deinem hehren Sitze

Zur Erde goldne Quellen

Herab, ein Strahlenregen,

Und dringen in des Erdreichs

Fruchtbaren Schooß, jedweden

Gewächses Keim entwickelnd.

Es ruhen Hirt und Herde

Indeß im kühlen Schatten

Am Rand des dunklen Waldes,

Und freuen sich des Baches,

Der ihren Durst mit klarer,

Reichhalt′ger Welle löschet.

Sieh, an derselben Stelle,

Wo gestern nichts als Grün war,

Bedecken heut die Wiese

Neuaufgesproßne Blumen!


Das Gedicht "Der Mittag" stammt von   (1808 - 1825).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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