Es graut vom Morgenreif

In Dämmerung das Feld,

Da schon ein blasser Streif

Den fernen Ost erhellt;

 

Man sieht im Lichte bald

Den Morgenstern vergehn

Und doch am Fichtenwald

Den vollen Mond noch stehn:

 

So ist mein scheuer Blick,

Den schon die Ferne drängt,

Noch in das Schmerzensglück

Der Abschiedsnacht versenkt.

 

Dein blaues Auge steht,

Ein dunkler See, vor mir,

Dein Kuß, dein Hauch umweht,

Dein Flüstern mich noch hier.

 

An deinem Hals begräbt

Sich weinend mein Gesicht,

Und Purpurschwärze webt

Mir vor dem Auge dicht.

 

Die Sonne kommt. Sie scheucht

Den Traum hinweg im Nu,

Und von den Bergen streicht

Ein Schauer auf mich zu.


Das Gedicht "Früh im Wagen" stammt von   (1804 - 1875).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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