Kann auch ein Mensch des andern auf der Erde

Ganz, wie er möchte, sein? -

In langer Nacht bedacht′ ich mir′s und mußte sagen: Nein!

 

So kann ich niemands heißen auf der Erde,

Und niemand wäre mein? -

Aus Finsternissen hell in mir aufzückt ein Freudenschein:

 

Sollt′ ich mit Gott nicht können sein,

So wie ich möchte, mein und dein?

Was hielte mich, daß ich′s nicht heute werde?

 

Ein süßes Schrecken geht durch mein Gebein:

Mich wundert, daß es mir ein Wunder wollte sein,

Gott selbst zu eigen haben auf der Erde!


Das Gedicht "Neue Liebe" stammt von (* 1804-09-08, † 1875-06-04).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte