Frisch gewagt ist halb gewonnen!
Aber Manches, froh begonnen,
Ward in Traurigkeit vollbracht.
War der Morgen noch so labend,
Trübe wird vielleicht der Abend,
Und Gewitter bringt die Nacht.

Bande knüpfen, Bande lösen,
Ist der Wechseltausch gewesen,
Seit dies Erdenrund sich dreht.
Knüpfen ist oft nicht gedeihlich,
Aber lösen nie erfreulich,
Sei es frühe, sei es spät.

Mir auch schlug die Abschiedsstunde,
Reißt mich los von diesem Bunde,
Dem sich Herz und Sinn verwebt.
Nach dem scheiden kommt das Meiden,
Und was bitt'rer sei von beiden,
Weiß nur der, der es erlebt.

Doch zum tröstenden Vermächtnis,
Auf ein freundliches Gedächtnis,
Brüder, eure Gläser her!
Angestoßen! Doch mit Maße;
Denn aus dem zersprung'nen Glase
Macht kein Gott ein ganzes mehr.


Das Gedicht "Zum Abschied" stammt von   (1808 - 1874).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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