Du musstest sterben, Mutter, ich muss leben;
Ach, warum hast du mich nicht mitgenommen?
So schlief' ich, aller, Erdenqual entkommen,
An deiner Seite, kühl gelegt und eben.
Noch leb' ich, und nur Eins ward mir gegeben:
War ich in Nächten schlaflos und beklommen,
Darf oft, eh' noch im Osten Licht entglommen,
Dein Bild in leichtem Traume mich umschweben.
O süßer Wahn, fahr' fort, mich zu betören!
Die Mutter wiedersehn, sie reden hören! —
Doch muss auch diese Wonne schwarz sich färben.
Ach, ihre letzten Leidensstunden haben
Zu tief sich diesem Herzen eingegraben:
Ich seh' sie auch im Traum nur immer — sterben!
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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