Auf das Feuer mit dem goldnen Strahle

Heftet sich in tiefer Mitternacht

Schlummerlos das Auge der Vestale,

Die der Göttin ewig Licht bewacht.

 

Wenn sie schlummerte, wenn sie entschliefe,

Wenn erstürbe die versäumte Glut,

Eingesargt in Gruft und Grabestiefe

Würde sie, wo Staub und Moder ruht.

 

Eine Flamme zittert mir im Busen

Lodert warm zu jeder Zeit und Frist

Die, entzündet durch den Hauch der Musen,

Ihnen ein beständig Opfer ist.

 

Und ich hüte sie mit heilger Scheue

Dass sie brenne rein und ungekränkt;

Denn ich weiss, es wird der ungetreue Wächter

lebend in die Gruft versenkt.


Das Gedicht "Das heilige Feuer" stammt von   (1825 - 1898).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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