Wo weiss die Landquart durch die Tannen schäumt,

Irrt unbekümmert ich um Weg und Zeit,

Da stand ein grauer Turm, wie hingeträumt

In ungebrochne Waldeseinsamkeit.

Ich sah mich um und frug: "Wie heisst das Schloss?"

Ein bucklig Mütterlein, das Kräuter brach;

Da murrte sie, die jedes Wort verdross:

"Fragmirnichtnach."

 

Ich schritt hinan; im Hof ein Brünnlein scholl,

Durch den verwachsnen Torweg drang ich ein,

Ein dünnes kühles Rieseln überquoll

Auf einer Gruft den schwarzbemoosten Stein.

Ich beugte mich nach des Verschollnen Spur,

Entziffernd, was des Steines Inschrift sprach,

Nicht Zahl, nicht Namen - ein Begehren nur:

Frag mir nicht nach!


Das Gedicht "Burg ′Fragmirnichtnach′" stammt von   (1825 - 1898).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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