Berg und Burgen schaun herunter

In den spiegelhellen Rhein,

Und mein Schiffchen segelt munter,

Rings umglänzt von Sonnenschein.

 

Ruhig seh ich zu dem Spiele

Goldner Wellen, kraus bewegt;

Still erwachen die Gefühle,

Die ich tief im Busen hegt.

 

Freundlich grüßend und verheißend

Lockt hinab des Stromes Pracht;

Doch ich kenn ihn, oben gleißend,

Birgt sein Innres Tod und Nacht.

 

Oben Lust, im Busen Tücken,

Strom, du bist der Liebsten Bild!

Die kann auch so freundlich nicken,

Lächelt auch so fromm und mild.


Das Gedicht "Berg und Burgen schaun herunter" stammt von (* 1797-12-13, † 1856-02-17).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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