Baden 1814.

 

Hoch auf dem Felsen, auf dem Thurm

Da steht ein alter Geist;

Er weht mich an, das ist ein Sturm,

Der mich von dannen reißt.

 

Das ist aus alter kühner Zeit

Ein stolzes Riesenbild,

Es hat die Waffen mir gefeit,

Hat mich mit Muth erfüllt.

 

Es ist der Wächter, ist der Hort

Von diesem edlen Haus;

Ich gab ihm Handschlag, Ritterwort,

Zu ziehn ins Feld hinaus.

 

Die Bäume streben himmelan,

Nach oben führt ein Pfad,

Sein Haupt hebt jeder deutsche Mann,

Weil die Erlösung naht.

 

Viel hohe Zeichen sind geschehn,

Viel Zeichen folgen nach,

Das kann kein wilder Sturm verwehn,

Was Gott der Herr versprach.

 

Der kann der Zeichen viele sehn,

Wer sie im Glauben sucht;

Wir wollen aus dem Kampf nicht gehn,

Bis hier kein Welscher flucht.

 

Und wie sich durch der Erde Mark

Die Felsenadern ziehn,

So schwören wir als Männer stark

Die Völker zu durchglühn.

 

Das war es, was der alte Geist,

Der deutsche Geist gewollt,

Der dem, was welsch und knechtisch heißt,

Wol ewig flucht und grollt.


Das Gedicht "Der Burggeist" stammt von (* 1783-12-11, † 1817-12-11).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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