Kein Sternchen mehr funkelt,

Tief nächtlich umdunkelt

Lag Erde so bang,

Rang seufzend mit Klagen

Nach leuchtenden Tagen,

Ach! Harren ist lang.

 

Als plötzlich erschlossen,

Vom Glanze durchgossen,

Den Himmel sie sieht;

Es sangen die Chöre:

Gott Preis und Gott Ehre!

Erlösung war da.

 

Es sangen die Chöre:

Den Höhen sei Ehre,

Dem Vater sei Preis,

Und Frieden hienieden,

Ja Frieden, ja Frieden,

Dem ganzen Erdkreis.

 

Wir waren verloren,

Nun ist uns geboren,

Was Gott uns verhieß,

Ein Kindlein zum Lieben,

Und nie zu betrüben,

Ach, Lieb ist ja süß!

 

O segne die Zungen,

Die mit mir gesungen,

Du himmlisches Kind!

Und laß dir das Lallen

Der Kinder gefallen,

So lieblich und lind.

 

O Friede dem Zorne,

O Röschen, dem Dorne

So lieblich erblüht;

Süß lallende Lippe

Des Kinds in der Krippe,

Dir gleicht wohl dies Lied.


Das Gedicht "Weihnachtlied" stammt von   (1778 - 1842).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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