Es sang vor langen Jahren

Wohl auch die Nachtigall,

Das war wohl süßer Schall,

Da wir zusammen waren.

 

Ich sing′ und kann nicht weinen,

Und spinne so allein

Den Faden klar und rein

So lang der Mond wird scheinen.

 

Als wir zusammen waren

Da sang die Nachtigall

Nun mahnet mich ihr Schall

Daß du von mir gefahren.

 

So oft der Mond mag scheinen,

Denk′ ich wohl dein allein,

Mein Herz ist klar und rein,

Gott wolle uns vereinen.

 

Seit du von mir gefahren,

Singt stets die Nachtigall,

Ich denk′ bei ihrem Schall,

Wie wir zusammen waren.

 

Gott wolle uns vereinen

Hier spinn′ ich so allein,

Der Mond scheint klar und rein,

Ich sing′ und möchte weinen.


Das Gedicht "Der Spinnerin Nachtlied" stammt von   (1778 - 1842).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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