Wenn der lahme Weber träumt, er webe,

Träumt die kranke Lerche auch, sie schwebe,

Träumt die stumme Nachtigall, sie singe,

Daß das Herz des Widerhalls zerspringe,

Träumt das blinde Huhn, es zähl′ die Kerne,

Und der drei je zählte kaum, die Sterne,

Träumt das starre Erz, gar linde tau′ es,

Und das Eisenherz, ein Kind vertrau′ es,

Träumt die taube Nüchternheit, sie lausche,

Wie der Traube Schüchternheit berausche;

Kömmt dann Wahrheit mutternackt gelaufen,

Führt der hellen Töne Glanzgefunkel

Und der grellen Lichter Tanz durchs Dunkel,

Rennt den Traum sie schmerzlich übern Haufen,

Horch! die Fackel lacht, horch! Schmerz-Schalmeien

Der erwachten Nacht ins Herz all schreien;

Weh, ohn Opfer gehn die süßen Wunder,

Gehn die armen Herzen einsam unter!


Das Gedicht "Wenn der lahme Weber träumt, er webe..." stammt von   (1778 - 1842).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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