Schweig, Herz! kein Schrei!

Denn alles geht vorbei!

Doch daß ich auferstand

Und wie ein Irrstern ewig sie umrunde,

Ein Geist, den sie gebannt,

Das hat Bestand!

 

Ja, alles geht vorbei!

Nur dieses Wunderband,

Aus meines Wesens tiefstem Grunde

Zu ihrem Geist gespannt,

Das hat Bestand!

 

Ja, alles geht vorbei!

Doch ihrer Güte Pfand,

Jed Wort aus ihrem lieben frommen Munde,

Folgt mir ins andre Land

Und hat Bestand!

 

Ja, alles geht vorbei!

Doch sie, die mich erkannt,

Den Harrenden, wildfremd an Ort und Stunde,

Ging nicht vorbei, sie stand,

Reicht mir die Hand!

 

Ja, alles geht vorbei!

Nur eines ist kein Tand,

Die Pflicht, die mir aus seines Herzens Grunde

Das liebe Kind gesandt,

Die hat Bestand!

 

Ja, alles geht vorbei!

Doch diese liebe Hand,

Die cih in tiefer, freudenheller Stunde

An meinem Herzen fand,

Die hat Bestand!

 

Ja, alles geht vorbei!

Nur dieser heiße Brand

In meiner Brust, die bittre süße Wunde,

Die linde Hand verband,

Die hat Bestand!


Das Gedicht "Schweig, Herz! kein Schrei!" stammt von   (1778 - 1842).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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