Nun du wiederkamest nach der frommen

Süßen Rast,

Sei willkommen uns, o sei willkommen

kleiner Gast!

Glück und Segen möge dich geleiten

Um und an,

noch hast du den Blick in ferne Weiten

Nicht gethan.

 

Hier die Brote, dort des heil′gen Weines

Fromm Getränk:

Laßt uns feiern heut der Gottheit reines

Weihgeschenk,

Und indem dein Bettlein wir umwandern

Schritt für Schritt,

Bring ein Jedes von uns einen andern

Wunsch dir mit:

 

Diese Stirne möge samt der Augen

Feuchtem Glanz

Zum Altare hoher Schönheit taugen

Rein und ganz;

Diese Ärmchen niemals um je treiben

Unrecht Gut,

Diese Händchen wie sie heut sind, bleiben

Rein von Blut.–

 

Ja und Amen denn! – Zum Schluß des Ganzen

Nicht vergeßt

Auch ein kleines Bäumchen ihm zu pflanzen

Heut zum Fest.

Um das Bettlein eine Blättergarbe

Walle kühn,

Daß dem Auge ewigheil′ge Farbe

Sei das Grün!


Das Gedicht "Geburtsweihe" stammt von   (1835 - 1918).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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