Montag erst. - Entsetzlich! Freudelos

Neu beginnen, wo die Woche schloss.

 

Dienstag erst. - Entsetzlich! Ohne Sinn

Spinnen fort des Lebens grau Gespinn.

 

Mittwoch erst. - Entsetzlich! Ohne Ziel

Neu durchspielen das durchspielte Spiel.

 

Donnerstag.- Entsetzlich! Ohne Gnad

Neu durchmessen den durchmessnen Pfad.

 

Freitag schon. - Entsetzlich! Wirrer Tand

Neu durchwaten den durchwatnen Sand.

 

Samstag schon. - Entsetzlich! Ohne Gruß

Ewig wandern um des Hügels Fuß.

 

Sonntag heut. - Entsetzlich! Wieder neu

Segeln an dem Leuchtturm hier vorbei.


Das Gedicht "Wochenkalender" stammt von   (1835 - 1918).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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