Aus des Glückes unumwölkten Tagen

Hab′ ich Euch mir liebend aufgespart,

Am gerührten Herzen Euch getragen,

Und mit stiller Sorgfalt Euch verwahrt.

 

Dennoch - fühllos gegen treue Pflege,

Ist verblichen Euere bunte Zier,

Und wie Blumen am gemeinen Wege

Blühn und welken, so vergingt auch Ihr.

 

Dientet Ihr zum Sinnbild wohl der Liebe?

Wird auch sie der Stunden leichter Raub? -

Sinkt, dass nichts auf Erden heilig bliebe,

Auch der Liebe Blüthe in den Staub? -

 

Dann, o dann kann dieses öde Leben,

Das so reich, so herrlich einst mir schien,

Keinen tröstenden Ersatz mir geben

Für die Lieblingsträume, die mich fliehn.

 

Dann, Ihr Blumen, werd′ ich Euch beneiden,

Dass Ihr früh dem Tode Euch geweiht,

Denn noch bittrer als der Trennung Leiden

Ist des höchsten Glücks Vergänglichkeit.


Das Gedicht "Die verwelkten Blumen" stammt von   (1777 - 1849).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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