Umstarrt vom Eis des Norden

In trüber Einsamkeit,

Ist mir ein Blümchen worden

Das duftend mich erfreut.

 

Im Thaue bittrer Thränen

Entfaltete es sich,

Und heilte von dem Sehnen

Nach bessrer Zukunft mich.

 

Tief trag ich es verborgen

In der verschwiegnen Brust.

Da wandelt′s meine Sorgen

In stiller Wehmuth Lust.

 

Um mein Geschick zu tragen

Gab mir′s des Himmels Huld.

Wie heisst es? wirst Du fragen.

Das Blümchen heißt -- Geduld.


Das Gedicht "Geduld" stammt von   (1777 - 1849).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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