Ich muß an das Meer denken, wenn ich deine Augen sehe ... an das Meer ... Sonntag morgens!

 

Durchsichtig bis zum Sandgrund wiegt es sich zum Strand, mit glasklarhellen Wellen, und wie leises Glockenklingen singt es über seine blaue sonnenfrohe Stille und weiße Schiffe ziehn am Horizont, gleich lichten Träumen in die Ferne suchend ...

wunschloser Frieden überall ...

und dennoch lauert was in seinen Wellen und auf dem Grund, in den es blicken läßt,

und in den blauen Tiefen seiner Ferne ...

lockend und drängend ...

etwas, das eine stumme Sehnsucht dir ins Herz wirft ... du weißt nicht, wie ... daß du aufjubeln möchtest und dich hineintrinken in seine kühle Frische und die Brust dir baden, stark und frei ... und plötzlich dann aufweinen wieder in unbegreiflich unsagbarem Weh und niederknieen und den Strand küssen, den es umspielt ... wie ein Kind ...

 

Ich muß an das Meer denken, wenn ich deine Augen sehe ... an das Meer ... Sonntag morgens!


Das Gedicht "Ich muß an das Meer denken..." stammt von   (1864 - 1920).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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