Ueber den See hin

braut der Nebel

lautlos leise ...

 

Wie große weiße

seltsame Spinnen

rinnt und spinnt es

über die Wasser,

lautlos leise ...

und im Schilf

die großen

Rosen

schließen fröstelnd ihre Kelche.

 

Lautlos leise

rinnt und spinnt es

Uferholz-entlang

und höher

durch die Gitter

in die Gärten,

über spielzertretene Rasen,

über welke Blumenbeete ...

 

Am Verandafenster, lauschend,

tief in weichen, weißen Kissen,

träumt ein Mädchen ...

und von ihres sonnenlosen

Gartens herbstverfallenen Rosen

suchen ihre sehnsuchtgroßen

stillen Augen

weit in’s weite

letzte müde Abendrot ...

 

Und

lautlos leise

rinnt und spinnt es

um das Fenster

durch das Weinlaub ...

und lautlos leise

küßt es die weiße

Stirn ihr

und den lächelnden Mund.


Das Gedicht "Herbst" stammt von   (1864 - 1920).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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