In Ehrfurcht lass′ mich diesen Gruß dir senden,
Du großer Meister, dem die Macht gegeben,
Den wirr verschlung′nen Knoten, Menschenleben,
Zu lösen mit den sichern, weisen Händen!
Des Zufalls Mißgunst nicht, noch seine Spenden,
Nein! nur der angebor′nen Kräfte Weben,
Des eignen Willens unbezwinglich Streben,
Sind unser Schicksal! Keiner kann es wenden.
Das ist der Bann, von dem wir festgehalten,
Die Haft, der nun und nimmer wir entrinnen,
Was wir versuchen mögen und beginnen!
Du aber bist der Dolmetsch der Gewalten,
Die in dem dunkeln Menschenherzen schalten,
Und, parzengleich, den Schicksalsfaden spinnen!
Das Gedicht "An Ivan Turgenieff" stammt von Betty Paoli (1814 - 1894).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Empfehlungen
Weitere gute Gedichte der Autorin:
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
Zur Startseite:
Gedichte