Der Zukunft pocht dein Herz entgegen
Mit jedem Pulsschlag, jedem Hauch?
Gemach! ob Fluch ihr Theil, ob Segen
Weißt du es auch?
Weißt du, ob, wenn sie einst gekommen,
Die ferne Zeit, die du erkürst
Du nach dem Heute nicht, bekommen,
Dich sehnen wirst?
So lange dieser dunkeln Frage
Nicht Antwort wurde, voll und ächt,
Leb′ in dem Heut, und laß′ dem Tage
Sein gutes Recht.
Das Gedicht "Carpe diem!" stammt von Betty Paoli (1814 - 1894).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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