Wie rafft ich mich auf in der Nacht, in der Nacht,

Und fühlte mich fürder gezogen,

Die Gassen verließ ich, vom Wächter bewacht,

Durchwandelte sacht

In der Nacht, in der Nacht,

Das Tor mit dem gotischen Bogen.

 

Der Mühlbach rauschte durch felsigen Schacht,

Ich lehnte mich über die Brücke,

Tief unter mir nahm ich der Wogen in Acht,

Die wallten so sacht

In der Nacht, in der Nacht,

Doch wallte nicht Eine zurücke.

 

Es drehte sich oben, unzählig entfacht,

Melodischer Wandel der Sterne,

Mit ihnen der Mond in beruhigter Pracht,

Sie funkelten sacht

In der Nacht, in der Nacht,

Durch täuschend entlegene Ferne.

 

Ich blickte hinauf in der Nacht, in der Nacht,

Ich blickte hinunter aufs neue:

O wehe, wie hast du die Tage verbracht!

Nun stille du sacht

In der Nacht, in der Nacht,

Im pochenden Herzen die Reue!


Das Gedicht "Wie rafft ich mich auf in der Nacht" stammt von   (1796 - 1835).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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