Es sehnt sich ewig dieser Geist ins Weite,

Und möchte fürder, immer fürder streben:

Nie könnt ich lang an einer Scholle kleben,

Und hätt ein Eden ich an jeder Seite.

 

Mein Geist, bewegt von innerlichem Streite,

Empfand so sehr in diesem kurzen Leben,

Wie leicht es ist, die Heimat aufzugeben,

Allein wie schwer, zu finden eine zweite.

 

Doch wer aus voller Seele haßt das Schlechte,

Auch aus der Heimat wird es ihn verjagen,

Wenn dort verehrt es wird vom Volk der Knechte.

 

Weit klüger ist′s, dem Vaterland entsagen,

Als unter einem kindischen Geschlechte

Das Joch des blinden Pöbelhasses tragen.


Das Gedicht "Es sehnt sich ewig dieser Geist..." stammt von   (1796 - 1835).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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