Ihr Nordstern letzter Zeit / des Vaterlandes Stütze:
Die einig noch nicht bricht / nun Kirch und Hauß verfällt
Den Ach und Noth nicht pocht. 0 unerschreckter Held
An dem man einig siht wie steiff sich Tugend schütze:
Ihr / der uns lehrt was Kunst Hoch-Edlem Blutte nütze;
Herr / dessen Lob / die itzt noch ungebor’ne Welt
Wird rühmen / wenn wir Staub / Adel ich muß ins Feld
Mein hart Verhängnüß rufft mich wider an die Spitze.
O Vater gute Nacht! der mich itzt von Euch reißt
Vnd durch die wilde See in ferne Gräntzen, weißt
Erhalte dise Hand die ich so traurig küsse.
Ich wündsche nicht nur mit. Sol unser Land vergehn
So muß durch euren Rath / was ligt und sinckt auffstehn
O! daß mein Land mit, mir Euch doch bald frölich grüsse!
Das Gedicht "An den Hoch-Edlen Gestrengen..." stammt von Andreas Gryphius (1616 - 1664).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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