Es kam der Lenz, das Bächlein schwoll

Und rauscht’ und klang gar wundervoll;

Der Lenz blickt sanft in den Wellenreihn

Und streut all’ seine Blüthen hinein.

 

Und Strömman sitzt inmitten drin,

Die Wellen rauschen flüsternd um ihn,

Er schaukelt sich im Fluthengewühl

Und meistert sein klingend Harfenspiel.

 

»Schön Elma, willst mein Liebchen sein?

Dir will ich die klingende Harfe weihn;

In Frühlings schönstem Rosenstrauß

Erbaun wir aus Lenzduft unser Haus.

 

Da will ich singen von Wundern der Luft,

Von Wundern der wogenden Stromesgruft,

Ich will dir singen zu Tag und Nacht

Von herrlichen Wundern, die Liebe vollbracht.

 

Wir baden uns im Morgenthau,

Wenn er herabperlt auf die Au;

Und küßt sich ein liebend Menschenpaar,

Dann ist ihre Lippe unser Altar.

 

Und weint ein liebend Menschenpaar,

Die Thräne, die Liebessehnen gebar,

Die Thräne soll dein Spiegel sein,

Und lächelnd blickt dein Antlitz drein.«

 

So sang der Elfenbard’ am Quell

Und sang noch oft zur selben Stell’,

Und sang nicht umsonst zu Tag und Nacht

Von herrlichen Wundern, die Liebe vollbracht.

 

Und küßt sich ein liebend Menschenpaar,

Dann schimmern wohl Thränen perlenklar,

Und drin glänzt oft ein lächelnd Gesicht,

Wer kennt nun das lächelnde Antlitz nicht?


Das Gedicht "Elfenliebe" stammt von   (1808 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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