Von Hause fort, durch Straßen fort,
Euch unbekannt und jedem Ort,
Nur wie der Himmel rasch und hoch
Durch fremden Lärm und ohne Wort!

Wie schön allein, und dies verwühlt
Und keiner drin, der mich befühlt.
Der voll Verwandtschaft dumm und dicht
In meiner Brust verhasst sich sühlt!

Hier ist nicht Heim, hier ist es auf,
Nicht Liebe plump, nur Kampf und Kauf!
Ah fließt die Straße strotzend aus
Zu andern ein in riesigem Lauf.

Ah sprüht es schroff pferdlos vorbei
Und brodelt schwarz der Menge Brei
Und Häuser flattern hingepeitscht
Von Licht, Geläut, Gezisch, Geschrei.

Die Steine ziehn in falscher Ruh,
Gehackt vom Schlag des Heers der Schuh,
Den fahlen Köpfen funkeln wund
Von schneller Glut die Lampen zu.

Hier Antlitze wie Tiere fremd
Und Augen wie in Eis geklemmt
Und Augen, die nur sich besehn,
Hier Antlitze, von nichts gehemmt!

Du Gottlose, mein Haupt zerstäub –
Entmenschlichte, mein Herz zerstäub –
Mich ohne Heimat, ohne Weg
Du Straße ja betäub! betäub!


Das Gedicht "Verdammte Jugend" stammt von   (1883 - 1945).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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