Vor der verschlungnen Finsternis stöhnt
Stöhnt mein Mund,
Ich, an Lärmen unruhig gewöhnt,
Starre suchend rund:

Berge, von Bäumen behaart, ruhn
Schwarz wüst herein,
Was ihre Straßen nun tun
Äußert kein Schein, kein Schrein.

Aber ein wenig sich zu irrn
Wünscht, wünscht mein Ohr!
Schwänge nur eines Käfers Schwirrn
Mir ein Auto vor.

Wäre nur ein Fenster drüben bewohnt,
Doch im gewölbten Haus
Nichts als Sterne und hohlen Mond
—Halt ich nicht aus—

Halt ich nicht aus, meinem Schlaf allmächtig umstellt!
Fremd, fremd und nah—
Durch den See noch näher geschwellt,
Liegt es lautlos da.

Aber glaubt mich nicht schwach,
Daß ich,—soeben die Stadt noch gehasst—
Nun das Land flieh—: es ist nur die Nacht—
Nur auf dich, diese Nacht, war ich nicht gefasst!

Wie du tot oder tausendfach unbekannt
Mein schwarzes Bett umlangst,
Nirgends durchbrochen von menschlicher Hand;
Tötet mich die Angst.


Das Gedicht "Nacht in der Sommerfrische" stammt von   (1883 - 1945).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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