Der D-Zug schreit und steigert sich, der Mond steht hell
O Einklang aller Füße langsam - Füße schnell!
Die Herzen schlagen
Auf blanker Schiene mit den Wagen.

Wir sind ein Schwarm dem spröden Schritt der Städte fern!
Ihr Häuser fort! mit uns fährt eisern nur der Stern
Die Dörfer blinken,
Von unserm Sturm verlöscht versinken.

Versenken wir das Aschengrau der Abendwelt!
Wie gutes Blut zerschmilzt der Zug, was uns umstellt.
Gebirge gleiten
In Seen … ins Meer der Schnelligkeiten.

Doch wir gezackt wie Wolken aus dem glatten Meer
Mit einem Atem dampfen wir darüber her
Und brausend sehen
Wir brausende Sterne stehen …

Seht auf, seht auf … da steigt und schreit und hebt der Zug
Uns hoch in Glanz … das Gleis verstummt … die Nacht wird Flug …
Wir alle flammen
Im wildren Schmelz des Sterns zusammen!

Und nagelt uns die Bremse auf Stationen fest,
Wir fahren noch … ins muffige Hotel gepresst!
Aus Fenstern neigen
Wir uns und sausen Sternenreigen.


Das Gedicht "Fahrt" stammt von   (1883 - 1945).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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