Als winterlich umnachtet,
Erstarrt die Erde lag,
Wie hab′ ich nicht geschmachtet
Nach dir, o Frühlingstag!
Ich dachte: Wenn im linden
Lenzhauch der Himmel blaut,
Dann wird mein Kummer schwinden,
So wie die Flocke taut.
Nun bist du da, Erflehter,
Mit Duft und Farb′ und Klang!
Hoch aus dem blauen Aether
Ertönt der Lerche Sang!
Es lächeln deine Kinder,
Die Blüten, froh erwacht;
Doch trauernd, wie ein Blinder,
Steh′ ich vor all der Pracht.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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