Heil dir, du Bewohnerin sonniger Höhn,

Umrauscht von Quellen und Glockengetön,

Von himmlischem Blau verklärt!

Du Kind der Felsenspitzen,

Wo hoch mit Wirbelwind und Blitzen

Der Adler seine Jungen nährt!

 

Du Liebling von allen! Mit sorgender Huld

Von den Lüften geweckt und in Schlummer gelullt!

Von der Sonne, die dich gezeugt,

Mit ihrer reinsten Flamme

Und von dem Frührot, deiner Amme,

Mit silberklarem Tau gesäugt!

 

Dir summt, wenn die Nacht in die Thäler entflieht,

Die Biene das erste Morgenlied;

Es schüttelt der Wind den fröhlichen Traum

Aus Blättern dir und Stielen

Und bringt dir muntere Gespielen,

Die Wölkchen mit dem ros′gen Saum.

 

Dich grüßet die Sonne mit letztem Strahl,

Und wenn schon unten auf Hügel und Thal

Die Dämmerung wallt wie ein Meer,

Erblühen rings im Kreise

Die Gletscher mit dem ew′gen Eise

Wie Schwesterrosen um dich her.

 

Und hüllt, wenn der letzte der Strahlen verglimmt,

Die Nacht, wie sie höher und höher klimmt,

Auch dich in den schattigen Flor,

Dann hauchst du von den Firnen

Dein volles Herz zu den Gestirnen

In die Unendlichkeit empor.


Das Gedicht "An eine Alpenrose" stammt von   (1815 - 1894).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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