Neu klimmt der Frühling auf die Höhn,

Die Gletscher auf den Firnen krachen,

Und die Lawine läßt der Föhn

Zu ihrer Sommerlust erwachen;

Der Donner ihres Sturzes hallt

Durch Thal und Schluchten hin von Spalt zu Spalt.

 

Vom Wipfel wirft der Fichtenbaum

Die Eisesdecke, die geborsten;

Froh fliegen nach dem Wintertraum

Die Adler auf von ihren Horsten,

Und mit dem Gießbach thalwärts wälzt

Der Schnee sich, den die Frühlingssonne schmelzt.

 

Wohl sonst zu euch ins reinre Blau,

Ihr Alpen, an den Felsensteilen

Klomm ich empor, in Almentau

Des Lebens Wunden auszuheilen,

Doch der ich war, bin ich nicht mehr;

Was ruft ihr mich und macht das Herz mir schwer?


Das Gedicht "Am Fuß der Alpen" stammt von   (1815 - 1894).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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