Hoch auf den höchsten Höhen

Gedeiht am besten das Rindvieh,

Da wohnen die seligen Trotteln

Dem Himmel etwa am nächsten,

Doch freilich am fernsten der Erde.

 

Sie scheren geduldige Schafe,

Sie melken die strotzenden Kühe,

Sie leben vom Fette der Herden,

In Form der Köpfe die Kröpfe.

 

Sie falten die Hände voll Andacht,

Bekreuzen hohltönende Stirnen.

Was unten geschieht in den Tälern,

Stört nicht ihre selige Ruhe.

 

Geduldig sind sie, bescheiden,

Es fehlt der Antrieb zum Bösen,

Und tun sie wirklich ein Unrecht,

Wärs unrecht, sie drob zu beschuldgen,

Und Nachsicht ersetzt ihre Einsicht.

 

So leben sie friedliche Tage,

Erzeugen maulaffende Kinder,

Der Vater erneut sich im Sohne

Und ruhig auf Trottel den Ersten,

Wie Butter, folgt Trottel der Zweite.


Das Gedicht "Alpenszene" stammt von   (1791 - 1872).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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