Mein Auge hat als Malerin dem Schrein

Des Herzens deinem Bild den Platz gegeben,

Mein Busen schließt es gleich dem Rahmen ein,

Um Kunstgerecht des Malers Werk zu heben.

Und durch den Künstler kannst du nur die Stelle

Erspähen, der dein Bildnis ward vertraut;

Es hängt noch stets in meines Herzens Zelle,

Das Fenster sich aus deinen Augen baut.

Sieh wie die Augen freundlich sich vereinen;

Meins malte dich, und deines ward dafür

Zu meines Busens Fenster, durch das scheinen

Die Sonnenstrahlen lustig hin zu dir.

Eins fehlt dem Auge nur, sein wert zu schmücken:

Es malt die Form, das Herz bleibt fremd den Blicken.


Das Gedicht "Sonett 24" stammt von   (1563 - 1616).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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