Wie Well′ auf Welle an den Felsenstrand,
So eilen die Minuten an das Ziel;
Bald schwillt die eine, wo die andre schwand,
Und weiter rauscht′s im ewig regen Spiel.

Das junge Leben, schön im Morgenrot,
Naht still der Reife, doch von ihr gekrönt,
Ist schon sein Glanz von Finsternis bedroht,
Und es verheert die Zeit, was sie verschönt.

Die Zeit zerfetzt der Jugend buntes Kleid
Und schlägt die Furchen in der Schönheit Stirn,
Und über all der seltnen Herrlichkeit

Hör′ ich bereits des Todes Sense klirrn.
Doch hält mein Lied für alle Zukunft stand,
Mit deinem Ruhm trotzt es der Zeiten Hand.


Das Gedicht "Sonett 60" stammt von   (1563 - 1616).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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