Dort draußen auf der Brücke,

Da liegt ein schönes Haus,

Da fliegen Liebesblicke,

Sie fliegen ein und aus.

 

Dort draußen auf der Brücke,

Saßen wir wohl tausendmal,

Da streiften unsre Blicke

Hinab ins schöne Tal.

 

Wir sahn des Neckars Wogen

Im Abendrot erglühn,

Sahn, wie die Herden zogen

Im jungen Wiesengrün.

 

Da zogen Herrn und Damen

An unsrem Blick vorbei;

Sie wurden, wie sie kamen,

Gemustert nach der Reih.

 

Doch alle, welche kamen,

Waren nicht so interessant,

Als drei bildschöne Damen

Nicht weit vom Neckarstrand.

 

Nach ihrem Fenster drüben

Ging wohl so mancher Blick,

Oft kam von den drei Lieben

Ein holder Blick zurück.

 

Doch einen! ach! nur einen,

Beglückt ein hold Gesicht;

Drei Sonnen taten scheinen,

Uns leuchtet keine nicht.

 

Sommer und Winter 1822/23


Das Gedicht "Zur Erinnerung an die Neckarbrücke" stammt von   (1802 - 1827).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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