Ich weiß wo einen Bronnen

Voll hellem Himmelstau,

Es glänzt der Strahl der Sonnen

Aus seines Spiegels Blau;

Er ladet klar und helle

Zu süßer Wonne ein,

Es winkt aus seiner Quelle

Der Sonne milder Schein.

 

Mir war als sollte drunten

In seiner klaren Flut

Das arme Herz gesunden

Von seinem bangen Mut.

Ich tauchte freudig nieder,

Ins klare Blau hinab,

Mein Herz das kam nicht wieder,

Fand in dem Quell sein Grab.

 

Kennst du den süßen Bronnen,

So klar und silberhell?

Kennst du den Strahl der Sonnen

Aus seinem blauen Quell?

Das ist des Liebchens Auge,

Ihr süßer Silberblick -

Aus seiner Tiefe tauche

Ich nie zum Licht zurück.


Das Gedicht "Ihr Auge" stammt von   (1802 - 1827).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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